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Nov
06

So kommt der Obstbaum durch den Winter

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Die kalte Jahreszeit birgt für Obstbäume mancherlei Gefahren: In den Garten eindringende Kaninchen nagen an den jungen Trieben, oder gefräßige Frostspanner-Raupen fallen, wenn sie im Frühjahr schlüpfen, über die jungen Knospen her. Rote Spinnen und Schildläuse warten nur auf das frische Grün, um sich gründlich satt fressen zu können

All diese Schäden lassen sich vermeiden, wenn Sie Ihren Baum jetzt richtig „einwintern". Denn gegen viele dieser Schädlinge helfen schon einfache Mittel:

Maschendrahtzaun

Vor hungrigen Kaninchen schützt wirksam ein einfacher Maschendrahtzaun. Graben Sie ihn mindestens 40 Zentimeter tief ein, sonst buddeln die Kaninchen einen Tunnel drunter durch. Der Maschendraht- Zaun sollte außerdem mindestens einen Meter hoch sein, damit die Kaninchen nicht drüber hoppeln. Sie sollten ihn außerdem an Pfählen befestigen, damit er sicherer steht. Hilfreich ist auch ein Ablenkungsmanöver: Wenn ein paar Äste im Garten herumliegen, lassen die ungebetenen Gäste den umzäunten Obstbaum gewiss gern in Ruhe.

Ein Leimring schützt Ihren Obstbaum vor allem Getier, das im Winter den Stamm hochkriechen will. Raupen- Leimringe können Sie am laufenden Meter kauten und entsprechend dem Stamm- Umfang zuschneiden - die Länge lässt sich mit einer Schnur leicht- abmessen. Diesen Ring können Sie am Obstbaum mit zwei Drähten befestigen. So gehen Ihnen die Frostspanner-Weibchen auf den Leim, wenn sie während der kalten Nächte zum Eierlegen am Stamm hochkriechen. Kommen die Weibchen nämlich oben an, so haben es die, im Frühjahr schlüpfenden Raupen dann nicht weit zu einer fetten. Knospen-Mahlzeit, Den Leimring sollten sie öfters kontrollieren, denn Herbstlaub, das ebenfalls kleben bleibt, ist für Raupen eine  willkommene Brücke über den Leim. Bei Spalierbäumen sind darum Leimringe wenig wirkungsvoll: Die Raupen kommen nämlich auf dem Umweg über die Wand leicht ans Ziel. Auch im Frühjahr erfüllt der Leimring noch seine Funktion, denn er schützt den Obstbaum auch vor Ameisen.

Spritzen und Impfen

Mit einer - Winter-Spritzung können Sie Schädlingen bis ins zeitige Frühjahr hinein den Garaus machen, wenn es sich Schildläuse, Rote Spinnen und Frostspanner auf Ihrem Obstbaum bereits gemütlich gemacht haben. Der beste Zeitpunkt für die Winter-Spritzung ist gekommen, wenn eine geschlossene Schneedecke unter dem Obstbaum liegt. Bleibt der Schnee aus, so sollten Sie zumindest das Wintergemüse, das unter dem Baum wurzelt, mit Folie abdecken; die Bahnen der Kunststoff-Folie sollten sich dabei überlappen. Das Spritzmittel wird in der vorgeschriebenen Verdünnung in die Spritze gefüllt und gemischt. Zum Spritzen sollten Sie unbedingt Schutzkleidung anziehen. Ist trotz aller Vorsicht chemisches Spritzmittel auf die Haut oder in die Augen gelangt, sollten Sie nur klares Wasser zum Abwaschen verwenden, und sofort zum Arzt gehen. Nachdem Sie alle Vorbereitungen getroffen haben, können Sie die Baumrinde bis zu den Ästen hinauf an einem windstillen Morgen oder Abend triefend nass spritzen. Spritzen Sie dabei mit niedrigem Druck, und verbrauchen Sie die Spritzbrühe ganz. Wenn Sie ein chemisches Pflanzenschutzmittel verwendet haben, so bringen Sie die leere Flasche und die Reste der Spritzbrühe bitte zum Sondermüll. Bei biologischen Mitteln können Sie die. Spritze mit reichlich Wasser reinigen - am besten auf der Wiese.

Bevor Sie das Wintergemüse in der Nähe -des gespritzten Obstbaums ernten können, sollten -Sie unbedingt die Wartezeit entsprechend der Gebrauchsanweisung des Herstellers beachten.

Baumschnitt zur WachstumseingrenzungBaumschnitt

Auch der Baumschnitt sollte durchgeführt werden: Die meisten Obstbäume wachsen über den Sommer hinweg stark, sodass sich Ruten ausbilden, die nicht unbedingt der perfekten Form des Baums zu Gute kommen. Hier sollte einfach mit einer Astschere, die Ruten, in der länge gekützt werden, wie Sie es für Sie die perfekte Form ergibt. Wer seinen Baum wachsen lassen möchte, der sollte mindestens 10 cm, der neuen Rute stehen lassen und dann über dem zweiten Auge kürzen.

 

Kalkanstrich

Anhaltende gleichmäßige Kälte macht dem Obstbaum häufig weniger zu schaffen als der Temperatur-Schock an sonnigen Winter-Tagen: Die Rinde kann tagsüber so stark erwärmt werden, dass der Zellsaft flüssig wird. In der Nacht gefriert die Flüssigkeit zwischen Rinde und Holz— ein mehrmaliger Temperatur-Sturz führt zum Absterben der Bastschicht und damit zum Aufreißen und Abplatzen der Rinde (Fachleute -sprechen von Frostplatten). Ein Kalk-Anstrich, der die Sonnenstrahlen reflektiert, schützt den Baum zwar nicht vor Kälte, aber er verhindert das Aufheizen der Rinde.

Für so einen Anstrich benötigen Sie zwei Kilo Branntkalk je zehn Liter Wasser. Der Branntkalk sollte frisch. sein, weil er dann besser haftet. Mit einem einfachen Maurerpinsel können Sie die Kalkfarbe auf den Stamm und die dicken Aste aufbringen.

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Über den Autor

Marco Schmitz (Alle Artikel anzeigen)

... Dabei seit: 17.08.2012.

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